Sakramente

In der Katholischen Kirche gibt es 7 Sakramente: Die Taufe, Beichte,  Eucharistie,  Firmung, Ehe, (Priester)weihe und die Krankensalbung. Sakramente sind „Geschenke Gottes“, Zeichenhandlungen, die gemeinsam gefeiert werden. 

Sie sollen Gottes Liebe zu uns besonders zum Ausdruck bringen. Natürlich gibt es viele weitere Wege, in denen uns Gott seine Liebe zeigen kann. Diese 7 Zeichen sind aber besonders ausgewählt worden, sie stehen an wichtigen Lebenseinschnitten der Menschen, wie z.B. die Taufe, Firmung und Eheschließung, weswegen man vier Sakramente nur einmal in seinem Leben empfangen kann.

Wer getröstet oder ermutigt wird, der weiß, wie wichtig Worte im Zusammenhang mit einer kleinen Geste, einem Zeichen sind. Auch die Sakramente bestehen immer aus zwei zusammengehörenden Elementen: einem Wort/Satz und einer Zeichenhandlung des Spenders (z.B. sagt der Priester bei der Taufe „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl.Geistes“ und gießt dabei dem Täufling Wasser über den Kopf).

Für alle Sakramente ist noch eins Bedingung: die richtige „Disposition“. Das heißt, wer eine solche Zeichenhandlung für sich in Anspruch nimmt, also ein Sakrament empfangen will, muss sich darauf vorbereiten und mit Herz und Kopf „auf Empfang“ gehen. Es bringt nichts und führt zu nichts, wenn man ohne Glauben und innere Bereitschaft Gottes Liebeszeichen mitnehmen will.

 

Taufe

Die Taufe ist das erste Sakrament, das uns Menschen erst zu Christen macht, also die Aufnahme in die Gemeinschaft der Gläubigen/ Kirche. Früher wurden vor allem Erwachsene getauft und in einer längeren Einführung in den christlichen Glauben (Katechumenat) auf die Taufe vorbereitet. Heute werden die meisten schon als Babys getauft, weil man den Menschen schon von seiner Geburt an der Gnade und der Liebe Gottes anvertrauen will. Hier entscheiden also die Eltern und die Taufpaten stellvertretend für das Kind, dass es nun zur Kirche gehören soll. Sie wünschen sich, dass ihr Kind nicht nur ihnen gehört, sondern vielmehr Gott derjenige ist, der das Kind beschützt und immer begleitet. Von ihnen wird jetzt erwartet, dass sie auf die Liebe Gottes antworten, die jedem Kind gilt, und dass sie bei der Taufe ihres Kindes bewusst „Ja“ zu dieser Liebe sagen. So aber wird die Einführung in den Glauben eine umso wichtigere Aufgabe, die wenigstens bei der Erstkommunion und der Firmung geschehen muss. Auch unsere Jugendwochenenden und die Sommercamps wollen auf ansprechende Weise zum Glauben einladen.

Bei der Feier der Taufe wird der Täufling deswegen auf den dreieinigen Gott getauft, wobei er am Kopf mit Wasser übergossen, seltener eingetaucht wird. Wasser erinnert an das tägliche Waschen und Reinwerden, es erfrischt, macht lebendig, erneuert und ist lebensnotwendig. Gott wäscht in der Taufe alles ab, was belastet, und schenkt uns neues Leben bei und mit ihm! Außerdem wird der Täufling mit Chrisam, einem kostbaren Salböl, durch ein Kreuzzeichen auf die Stirn gesegnet.

 

Beichte

Die Beichte oder Buße ist wie die Eucharistie eines der Sakramente, die häufig empfangen werden können und nimmt damit eine Sonderrolle ein. In der Beichte, die in der Regel kurz vor der Erstkommunion das erste Mal gespendet wird, haben die Gläubigen die Möglichkeit, alles was in ihrem Leben nicht so gut läuft, vor Gott hinzulegen. Stellvertretend für Gott, sprechen wir unsere Sünden und unser Fehlverhalten in einem Beichtgespräch oder im Beichtstuhl in der Kirche vor einem Priester aus. Er kann helfen, die eigene Schuld einzusehen, Tipps für ein besseres Verhalten in ähnlichen zukünftigen Situationen geben und hat durch sein Amt als Priester die Vollmacht, den Bereuenden von all dieser Last „loszusprechen“, d.h. ihm im Namen Jesu alle Schuld zu vergeben. Deshalb wird es auch Sakrament der Versöhnung genannt: Versöhnung mit Gott und den Mitmenschen.

Es ist ein tolles Angebot und echtes Geschenk Gottes, diese Vergebung immer wieder zu erfahren und sich dadurch neu auf Christus auszurichten.

 

Eucharistie

In der „Eucharistie“ (Danksagung, griechisch) ist ein unvorstellbares Angebot Gottes enthalten. Wer hier teilnimmt, wird Anteil an Gott selbst haben.

Jesus feiert mit seinen Jüngern Pessach, das ist die berühmte Feier vom Auszug der Israeliten aus Ägypten. Durch seine Worte wird es aber zu einem ganz besonderen Mahl, das alles andere sprengt, was bisher gefeiert wurde. Es ist die letzte Zusammenkunft, bevor er hingerichtet wird. Er dankt Gott (s.o.) für Wein und Brot, dann sagt er vom Brot „das ist mein Leib“ und vom Wein „das ist mein Blut“. Was ist hier geschehen?

Eine Beweisführung muss hier aufhören, es ist nur schwer zu verstehen, wie Jesus in Wein und Brot anwesend ist. Wer hierüber streiten will, hat eines übersehen: Dass Jesus uns unter die Haut gehen will, er möchte wirklich von uns aufgenommen werden. Und er will keinen Zweifel daran lassen, dass es eben kein normales Brot und kein normaler Wein mehr ist. Wir sprechen von (Ver-)Wandlung. Genau dies ist auch unsere Bestimmung: Verwandelt zu werden von Jesus Christus, teilzunehmen an seinem Mahl. Jesus lässt keinen Zweifel daran, dass dieses „letzte Abendmahl“ genau damit zu tun hat, dass er selbst ganz konkret seinen geschundenen Leib und sein vergossenes Blut für uns einsetzen und hingeben wird. Wer also an seinem Mahl teilnimmt, nimmt an seinem „Opfer“ teil, also an dem, was Jesus für uns aufgegeben hat.

Es ist sicher deutlich geworden, dass man dieses Sakrament nicht nur im Vorübergehen mitnimmt.

 

Die Kirche nennt die Eucharistie auch „Quelle und Höhepunkt christlichen Lebens“.

 

In der Erstkommunion dürfen die Kinder meistens aus der 3.Klasse zum ersten Mal das Sakrament der Eucharistie empfangen. Sie werden in die „Mahlgemeinschaft“ mit Gott und der ganzen Gemeinde aufgenommen, was schon der Name verrät: das lateinische Wort „Communio“ bedeutet Gemeinschaft.

Bei diesem großen Fest dürfen die Kinder nach einer Vorbereitungszeit die Hostie, den Leib Christi, die Eucharistie, in der Eucharistiefeier empfangen. Es ist natürlich zu wünschen, dass es nicht bei der ersten Kommunion bleibt. Vielmehr sind alle Gläubigen zur ungezählten Kommunion berufen.

Durch die Taufe wird ein Mensch in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen; diese Beziehung wird durch die Teilnahme an der Eucharistie verstärkt. Die Kommunion ist Fortführung der Taufe, die im Jugendalter dann in die Firmung mündet.

 

Firmung

Die Firmung steht in engem Zusammenhang mit der Taufe. Was bei der Taufe meist die Eltern und Paten des Kindes entschieden haben, bekräftigt nun der/ die Jugendliche, aber immer häufiger auch Erwachsene eigenverantwortlich mit seinem/ ihrem „Ja“ zu einem christlichen Lebensweg und wird durch die Firmung zum vollen Mitglied der Kirche.

Die Firmung wird in der Regel vom Bischof oder Weihbischof gespendet. Dabei legt er dem/ der Jugendlichen die Hand auf und sagt: „Sei besiegelt mit dem Heiligen Geist“. Dem Firmling wird somit zugesagt, dass der Heilige Geist ihn stärkt, dass er ihm hilft, Anfechtungen und Bedrohungen standzuhalten und er als sein treuer Beistand von Gott geschickt, uns hilft, unseren Glauben vor anderen zu bezeugen. Als Zeichen dafür bekommt der Firmling wie bei der Taufe anschließend mit dem Salböl Chrisam ein Kreuzzeichen auf die Stirn. Ein selbst ausgewählter Firmpate hat bei und nach der Firmung eine ähnliche Aufgabe wie der Taufpate: er unterstützt den Firmling mit Rat und Tat auf seinem Glaubensweg.

Ehe

Das Ehe-Sakrament wird von den Eheleuten selbst gegenseitig gespendet. Mann und Frau sollen diese unbedingte Liebe, die Jesus Christus zu uns hat, nachempfinden und dem Ehegatten schenken. Dieser Ehebund hält ein Leben lang und kann vor Gott nicht mehr getrennt werden. Deshalb kann man nur einmal kirchlich heiraten. Als Zeichen für dieses gegenseitige Versprechen, sich treu zu sein in guten und in schlechten Tagen, bis das der Tod sie scheidet, stecken sich die Eheleute bei der Hochzeit gegenseitig einen Ehering an, der sie immer an diesen ewigen Bund erinnert. Der Priester oder Diakon besiegelt dasVersprechen und segnet diese neue Lebensgemeinschaft, die offen sein soll für die Kinder, die Gott dem Ehepaar schenken wird.

 

Priesterweihe

Das Sakrament der Weihe steht denen zu, die sich von Gott berufen fühlen und von den Verantwortlichen bestätigt werden, eine bestimmte Aufgabe in der katholischen Kirche zu übernehmen: Sich als Diakon, Priester oder Bischof ganz in den Dienst Gottes und der Gemeinschaft der Gläubigen zu stellen. Während der Priester und dementsprechend auch  der Bischof zölibatär leben muss (d.h. nicht heiraten können), dürfen Diakone eine Ehefrau und Familie haben. Sie müssen allerdings zum Zeitpunkt ihrer Weihe schon verheiratet sein.

Die Weihe selbst wird von einem Bischof bzw. Weihbischof gespendet; dafür legen sich die künftigen Diakone oder Priester flach auf den Boden, um ihre völlige Bereitschaft, Gott zu dienen, zum Ausdruck zu bringen.

 

Krankensalbung

Leider nehmen  nur  wenige Menschen das Angebot der Krankensalbung in Anspruch. Dieses Sakrament wird heute nicht mehr ausschließlich verstanden als „Letzte Ölung“, die der Priester Sterbenden kurz vor dem Tod spendet. Krankensalbung kann man empfangen, auch wenn man nicht todkrank ist, also bei jeder schlimmeren Krankheit und körperlichen Beschwerden. Man holt sich praktisch durch das Sakrament der Krankensalbung neue Kraft von Gott, die schwere Krankheit mit Hilfe des Heiligen Geistes besser zu ertragen oder sie sogar zu besiegen und wieder gesund zu werden.

 

(Birgit Brunnquell)