Fürbitte

Jesus ermutigt immer wieder Menschen, die ihm glauben, ihn nicht allein für etwas zu bitten, sondern gemeinsam. Es liegt offenbar eine besondere Kraft darin, auch voreinander zuzugeben, dass wir nicht vollkommen, sondern immer wieder neu bedürftig sind. Jesus spricht davon, sich mit dem anderen und mit ihm im Gebet eins zu machen.

Man kann diese Bitten für etwas oder jemanden (deshalb „Für-Bitten“) gemeinsam vor Gott tragen wie z.B. in der Messfeier oder auch allein für jemanden bitten, der in einer besonderen Situation darum gebeten hat.

Das Fürbittgebet kann in Form von Handauflegung geschehen oder im Verborgenen, ohne dass die betreffende Person anwesend ist. Zeitlich kann sie punktuell, aber auch über lange Jahre für den gleichen Anlass stattfinden. Die Fürbitte ist eine häufige Form des Gebets. Besonders in Orden, Gemeinschaften, Gebetshäusern und der alltäglichen Liturgie spielt sie eine große Rolle.

Wir erleben unterschiedlich, wie Gott auf solche Fürbitten antwortet. Mal erkennen wir gleich, wie sich Situationen verändern, mal erst in der Rückschau oder wir stellen fest, dass sich alles ganz anders ergeben hat, als wir gebeten haben. Es gilt immer der Satz Jesu: „Euer Vater weiß, was ihr braucht.“ Wenn es um beharrliche Fürbitte geht, kann einem durchaus das Beispiel der hl. Monnica, der Mutter des berühmten Bischofs Augustinus vor Augen sein: Sie hat immerhin 20 Jahre für ihren Sohn gebetet, dass er sich für den Glauben öffnet.

(Ingo Fischer)