Zölibat

Der Zölibat leitet sich aus der Lebensentscheidung von Männern und Frauen zur Zeit Jesu ab, in seiner Nachfolge auf Familie zu verzichten. Diese Entscheidung wurde später in der Mönchsbewegung aufgegriffen.

Jeder Mann, der in der katholischen Kirche Priester werden möchte, erklärt sich bereit, ehelos zu leben und damit seine Sexualität nicht auszuleben.

Im Moment spricht man dabei von einem „Pflichtzölibat“, denn diese Entscheidung der angehenden Priester ist keine freiwillige, sondern sie ist Voraussetzung zum Priester-werden. Dahinter steckt der Glaube an eine besondere Berufung zum heiligen Leben, die durch die Beziehung zu Jesus Christus ermöglicht wird. Diese Berufung drückt sich unter anderem in der Ehelosigkeit oder (wie man früher sagte) Keuschheit aus. Kein Mensch ist von sich selbst aus zu solcher Hingabe fähig, es ist allein ein Geschenk Gottes.

Der Zölibat, so wie er heute ist, hat sich historisch entwickelt,

schon Bischof Augustinus von Hippo im 3. Jahrhundert weihte  nur ehelose Männer als Priester.

Diese Lebensform ist jedoch nicht für alle Zeiten dogmatisch festgeschrieben.

Es ist deshalb offen, ob es zukünftig möglicherweise eine Abschaffung des Pflichtzölibats geben könnte, so dass auch verheiratete und in Kirche und Gemeinde „bewährte“ Männer Priester werden könnten.